Der Markt bietet eine Vielzahl von Vorgehensmodellen, Frameworks für Vorgehensmodelle, Methodensammlungen, Tool-Kits und er stellt auch immer wieder neue Vorgehensmodelle vor. Bei jedem neuen Projekt muß immer wieder die Frage gestellt werden, ob das im Hause eingesetzte Vorgehensmodell auch für die neuen Fragestellungen geeignet ist, ob neue Fragestellungen Erweiterungen erfordern, ob weitere Vorgehensmodelle eingeführt werden müssen, eventuell sogar komplett alte Ergebnisse zu einem neuen Vorgehensmodell migriert werden müssen oder ob man sich auf ein Framework einigt und dessen fallweise projektindividuelle Ausgestaltung zuläßt. Man denke hierbei etwa an Themen wie Web-Applikationen, Knowledge-Management Projekte, Data Warehouse Lösungen für die gerade die Modelle mit dem höchsten Verbreitungsgrad (RUP, ARIS) nicht gerüstet sind.
In Berlin, im GI Workshop der Fachgruppe WI-VM, (VM04) am 22.4.2004 wurde die Idee geboren, das Entscheidungsproblem des Vorgehensmodelleinsatzes in einem Arbeitskreis zu behandeln:
Die Arbeitsgruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die „Entscheidungsproblematik Vorgehensmodell“ zu beleuchten, mit Hilfe einer Kategorisierung einen Überblick über die bestehenden Vorgehensmodelle zu geben, und Kriterien für die Auswahlentscheidung vorstellen.
Motivation der Vorgehensmodell-Auswahl
Ausgangspunkt ist, dass vor dem Einsatz eines Vorgehensmodells die Entscheidung steht welches Vorgehensmodell implementiert werden soll, es gibt Alternativen. Das ist alles andere als trivial und eine Fehlentscheidung ist mit erheblichen Kosten verbunden. Alle Teilnehmer kennen aus eigener Erfahrung, Vorgehensmodell-Mix, Vorgehensmodelle die als Schrank-ware enden und sogar Umschwenken auf eine anderes Vorgehensmodell mitten im Projekt, weil die gesetzten Projekt-Regeln nicht durchgehalten werden können. Warum setzt man sich überhaupt mit dem Thema „Vorgehensmodell“ auseinander, was erwartet man sich von dem Einsatz eines Vorgehensmodells, was sind die Befürchtungen der Beteiligten. Ein Vorgehensmodell soll zunächst helfen eine komplexe Handlungsfolge zur Herstellung eines komplexen Gegenstandes (Gewerk, Software, System, Gebäude, Anlage) zu ordnen, den Überblick über die Abfolge zu bewahren. Einige Fragestellungen hierzu sind :
Christop Filss, Warschau
Reinhard Höhn, Wien
Stephan Höppner, Berlin
Martin Schumacher, Linz
Herbert Wetzel, Augsburg,
März 2005
Überarbeitung
Reinhard Höhn
November 2007
Letzte Änderung: 2010-08-18 durch Oliver Linssen